EIB/KNX Installation – Teil 2 – KNX Teilnehmer

Die letzten KNX Komponenten sind eingebaut und verkabelt. Nach dem eher theoretischen Teil 1 geht es jetzt um die KNX Komponenten die bei uns verbaut sind.

Das wichtigste zuerst … die Busspannungsversorgung mit Drossel … ohne sie funktioniert nichts. Die Leistung (160mA, 320mA oder 640mA) der Netzteile richtet sich nach der Anzahl der KNX-Teilnehmer im Bus bzw. der Linie. Ich habe im Internet mehrfach gelesen das man abhängig vom Teilnehmer ca. 10mA benötigt. Da wir mit 5 Teilnehmern locker mit einem 160mA Netzteil auskommen ist bei uns ein MDT STV-0160.01 verbaut.

Die Steuerung unserer Stellantriebe in den beiden Heizkreisverteilern übernimmt bei uns ein KNX Heizungsaktor von MDT. Eine 230V Leitung und KNX Bus reichen aus um einen Heizkreisverteiler zu versorgen. Die Einrichtung mit der KNX ETS sowie Loxone Config war kein Problem.Heizungsaktor

So sieht das ganze dann verbaut im Heizkreisverteiler aus. Die Stellantriebe sind über Reihenklemmen mit dem Heizungsaktor verbunden. Gesteuert wird das ganze natürlich komplett von dem Loxone Miniserver. HKVPassend zu unserem Schalterprogramm sind die 3 und 6-fach KNX Wippe mit Busankoppler von Gira. Bei KNX ist es üblich eine Wippe für eine Funktion zu nutzen, also z. B. linke Taste Licht an und rechte Taste Licht aus. Was für eine Verschwendung ;-). Wir nutzen die Wippen als Einzeltaster und kommen so auf 6 bzw. 12 Tasten. Je Taste können wir einen Status wie z. B. Alarmanlage, Verschluss, Szene, etc. über LEDs (rot/grün/blau) signalisieren. Über KNX Telegramme des Loxone Miniservers können bis zu zwei Farben angesteuert werden.
Vorteil: Es sind nur 2 Adern notwendig und es werden keine I/O Anschlüsse der Loxone belegt. Nachteil: KNX Taster sind im Verhältnis zu normalen Tastern extrem Teuer.Nicht unwichtig, deshalb noch kurz erwähnt, ist der Busankoppler. Dieser stellt die Verbindung zwischen einem KNX/EIB-System und einem KNX/EIB-Anwendungsmodul wie in diesem Beispiel einem KNX Tastsensor 3 her.

Wir haben die gleichen Taster auch als etwas günstigere SPS Taster (also ohne KNX Anbindung) im Einsatz. Hier ist aber das „Problem“ das je LED nicht nur mehr Adern, sondern auch jeweils ein entsprechender Aktor benötigt wird, der die LED ansteuert, was preislich nicht attraktiv ist. Wir nutzen diese als reine 6-fach Taster ohne aktive LED um z. B. das Radio zu bedienen (Küche) oder wo mehrere Szenen zur Auswahl stehen und eine Visualisierung über eine LED nicht benötigt wird (Bad).

Im Teil 3 geht es dann um die Einrichtung der KNX-Teilnehmer sowie deren Erstellung in der Loxone Config.

Technische Daten:
MDT STV-0160.01 – KNX Busspannungsversorgung mit integrierter Drossel
4TE Reiheneinbaugerät
Dauerstrom 160mA, überlastsicher bis 320mA
Kurzschlußfest und 100% Überlastfähig
LED Anzeige für Busreset, Normalbetrieb und Überlast
Versenkter Taster für Busreset von vorn zugänglich
MDT AKH-0800.01 – KNX Heizungsaktor
eder Kanal kann bis zu 5 Stellantriebe steuern
Ansteuerung des Aktors mit 1-bit oder 8-bit Stellgrößen
Kurzschlusserkennung der Last
230 VAC Spannungsausfallerkennung
Integrierter Busankoppler

GIRA KNX Tastsensor 3 Komfort
-Wippen- oder Tastenfunktion für jede Bedienfläche einstellbar
Mehrfarbige Status-LED (rot, grün, blau) über die ETS parametrierbar
-Integrierter Temperatursensor zum Messen der Raumtemperatur
-Kommunikationsobjekt zur Helligkeitssteuerung der Status-LED und Beschriftungsfeldbeleuchtung (z.B. für nächtliche Reduzierung der Helligkeit in Schlafräumen)
-Beschriftungsfeldbeleuchtung EIN, AUS, automatische Abschaltung oder über Objekt schaltbar.
-und ganz viele KNX Funktionen die man für die Loxone nicht benötigt 🙂

9 thoughts to “EIB/KNX Installation – Teil 2 – KNX Teilnehmer”

  1. Hallo.

    Warum haben Sie für die Heizung einen Heizungsaktor von MDT verwendet? Wäre nicht ein normaler Schaltaktor genau so gut gegangen? Die Steuerung übernimmt ja ja Loxone. Dann kann der Aktor doch „dumm“ sein und muss nur ein oder ausschalten.
    Anders gefragt: was ist der Unterschied zwischen diesem Heizungsaktor und einem normalen Schaltaktor?

    vg Peter

    1. Hallo,
      ja, ein normaler Schaltaktor kann natürlich auch verwendet werden. Der Unterschied ist das der MDT Heizungsaktor durch den Triacausgang verschleißfrei ist und etwas weniger kostet als ein normaler Schaltaktor bei gleicher Anzahl an Ausgängen. Die Logik übernimmt bei mir auch der Loxone Miniserver aber ich wusste damals nicht ob ich vielleicht doch eine Funktion gebrauchen kann.

      Viele Grüße
      Stefan

  2. In welchem Schalterprogrammprogramm habt ihr den SPS Taster gefunden? Überlege für unsere E-Installation auch auf GIRA in anthrazit inkl. den 3fach Tastsensor zu setzen, finde aber keinen alternativen SPS Taster.

    1. Hallo Ralf,

      Gira aber auch andere Hersteller haben ihre Einbauteile wie Taster, Steckdosen, etc. größtenteils genormt. Durch die Größe von 55mm x 55mm (Bei Gira System 55) können viele Teile untereinander kombiniert werden. Du kannst also den Gira Tastsensor 2 mit 3fach Wippe (2003100) und das Gira Wippenset 3fach Klar/Anthrazit (213328) mit einem Schalterprogramm deiner Wahl, auch eines anderen Herstellers mit der 55mm Normung, kombinieren. Daher ist ein Einbauteil meistens nicht fester Bestandteil eines Schalterprogramms. Es gab aber damals eigentlich nur von Gira schöne SPS 6fach Taster, ich weiß nicht ob sich da was getan hat. 3fach Taster (nebeneinander angeordnet) gibt es von Gira auch als 230V Variante. Wenn du schreibst E-Installation bedenke bitte, dass SPS Taster, wie der Name schon sagt, NICHT für 230V Spannung geeignet sind!

      Ich hoffe ich konnte deine Frage beantworten! Wenn nicht, einfach nochmal melden.

      Viele Grüße
      Stefan

  3. Hallo Stefan,
    sehr interessante Seite. Insbesondere die Anbindung der Stellmotoren gefällt mir. Da ich noch nie mit Reihenklemmen gearbeitet habe, würde ich mich über eine Teileliste und ein paar Worte zur Erklärung freuen.
    Grüße,
    – Thomas

    1. Hallo Thomas,

      hast du dir eventuell schon den Beitrag Reihenklemmen inkl. der Kommentare angeschaut? Ich bin mittlerweile auf Phoenix Contact PTI Reihenklemmen umgestiegen. Du benötigst Reihenklemmen (PTI 2,5-PE/L/N), einen passenden Deckel (D-PTI/3) und Endhalter (E/UK) würde ich auch immer nehmen. Je nachdem wie viele Stellantriebe du hast, benötigst du für den Neutralleiter noch Steckbrücken (FBS x-5) wobei das x für die Breite steht. Alternativ kannst du aber auch mit anderen Reihenklemmen (PTI 2,5-PE/L/NT), einer Kupferschiene und einer Anschlussklemme (AKG 4 BU) für den Neutralleiter arbeiten. Da ich KEIN Elektriker bin, ist natürlich alles ohne Gewähr! 🙂

      Wenn du noch Fragen hast, melde dich einfach nochmal.

      Viele Grüße
      Stefan

  4. Hallo Stefan,
    genau die Infos, die mich weiterbringen. So langsam wird mir auch klar, warum die Klemme 2,5-PE/L/N heißt. Vielen Dank!
    – Thomas

  5. Hallo Stefan,

    ich muss diesen tollen Beitrag nochmal aufgreifen. Kannst Du evt. mal genau schildern, wie die Stellventile über den MDT Heizungsaktor in der Loxone eingebunden werden? Welche Einstellungen muss man in der ETS und der LoxConfig vornehmen? Es gibt ja den reinen Schaltausgang sowie den PWM-Signalausgang beim IRR.

    Grüße aus Winsen.

    – Ben

    1. Hallo Ben,

      ich habe alle Kanäle vom MDT Heizungsaktor als schaltend (1bit) (Bild) konfiguriert. In der Loxone Config habe ich dan einen KNX Aktor angelegt und diesen mit den Ausgang Q vom Loxone IRR (Bild) verbunden. Hast du ergänzend den Beitrag KNX Teil 3 gelesen?

      Wenn du noch Fragen hast melde dich einfach!

      Viele Grüße
      Stefan

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