HP ProLiant MicroServer Gen8

Ich habe mich schon länger nach einem NAS (Network Attached Storage) System umgeschaut, das die Punkte Preis, Leistung, Flexibilität und Energieeffizienz möglichst gut vereint. Beim HP ProLiant MicroServer (Affiliate-Link) in der Generation 8 mit Intel G1610T Prozessor hat für mich alles gepasst.
HP ProLiant MicroServer Gen8

Der HP ProLiant MicroServer übernimmt in unseren kleinen „IT-Umgebung“ die Rolle des Fileservers und entlastet damit den Server 3.0 der jetzt nur noch als Hyper-V Server arbeitet. Im System sind eine OCZ Trion 150 (Affiliate-Link) mit 240GB für das Betriebssystem und zwei neue WD Red NAS-Festplatten (Affiliate-Link) mit jeweils 3 TB verbaut. Die zwei vorhandenen WD Red Festplatten mit jeweils 2 TB aus dem Server 3.0 Upgrade sind mit umgezogen.
HP ProLiant MicroServer Gen8 - WD Red Festplatten im Bay
Wenn die SSD im ODD (Optical Disc Drive) Bay verbaut werden soll, wird noch ein Power Adapter SATA > Floppy (Affiliate-Link) benötigt. Ich habe mich verkauft und einen gewinkelten Stecker genommen, das Gehäuse geht damit aber auch ohne Probleme zu.
HP ProLiant MicroServer Gen8 - OCZ Trion 150 SSD im ODD Slot

Da der HP ProLiant Microserver auch gut als Hyper-V Server genutzt werden kann, bekommt er vielleicht noch ein Upgrade auf 16 GB ECC DDR3 Arbeitsspeicher (Affiliate-Link) (Kingston KVR1333D3E9SK2/16G). Mit den vorhandenen 4 GB kann man aber auch schon ein wenig virtualisieren. Bei ersten Tests mit Hyper-V bin ich aber auf massive Probleme gestoßen, dazu später mehr.

SSD am SATA Port 5 und AHCI

Wer die SSD mit dem Betriebssystem im ODD Slot (am SATA Port 5) verbauen möchte und die Festplatten in den Bays im AHCI Modus betreiben will, der wird auf Probleme beim booten des Betriebssystems stoßen. Leider wird als Boot Device immer der erste belegte SATA Port genommen.

Meine Lösung: Zuerst im AHCI Modus ohne weitere Festplatten das Betriebssystem auf der SSD installieren und dann einen ganz einfachen USB-Stick (FAT 32 formatiert) in den internen USB-Slot stecken.
HP ProLiant MicroServer Gen8 - Boot mit USB-Stick
Mit dem BCDboot Tool wird dann der USB-Stick zum Boot Device. Dazu die CMD als Administrator starten und den folgenden Befehl eingeben. D: entspricht dem Buchstaben vom USB Stick.

Nachdem der Vorgang abgeschlossen ist, könnt ihr das System herunterfahren, die Festplatten einstecken und das System wieder starten. Der Boot sollte jetzt vom USB-Stick erfolgen. Gegebenenfalls muss noch die Boot Order anpasst werden. Den Laufwerksbuchstaben vom USB-Stick könnt ihr natürlich entfernen. So sollte nach dem Boot nur noch ein Laufwerk C: sichtbar sein.
HP ProLiant MicroServer - USB-Stick Boot Device

Hyper-V Server Rolle

Ich habe auf dem HP ProLiant Microserver testweise die Hyper-V Server Rolle getestet und wollte eigentlich nur schnell eine neue VM mit MDT über WDS bereitstellen, dabei musste ich aber feststellen, dass irgendetwas nicht stimmt. Der Server selbst wurde ohne Probleme und mit einer sehr guten Geschwindigkeit installiert doch die VM war dagegen so langsam, dass gefühlt für ein paar Kilobyte Stunden vergingen. Ein PXE Boot war quasi unmöglich.

Probleme mit der Konfiguration oder mit der Infrastruktur habe ich ausgeschlossen da ich bereits vorab von einem Kollegen den Hinweis auf fehlerhafte Microsoft Treiber für die Netzwerkkarte bekommen habe. Nach kurzer Suche habe ich dann Informationen über schlechte Netzwerk-Performance in Verbindung mit einzelnen Broadcom Netzwerkkarten und Hyper-V gefunden. Eine Installation der aktuellen Original HP Treiber sollte Abhilfe schaffen, leider war das Problem damit aber noch nicht behoben.

Zuerst habe ich mit dem Package cp026812 die Treiber aktualisiert. Dann habe ich auf einem der Netzwerk Interfaces die Option „Virtual Machine Queues“ deaktiviert. Damit ist die Einstellung für beide Ports gesetzt. Laut Doku wird diese Funktion sowieso erst mit 10G Netzwerkkarten von Hyper-V genutzt.

HP ProLiant MicroServer - Broadcom NetXtreme Virtual Machine Queues

Zur Sicherheit habe ich auf der Netzwerkkarte mit dem Package cp027691 noch zusätzlich ein Update der Firmware durchgeführt. Mir wurde ein Update von der Version 17.2.0 auf die 17.3.43 angeboten.HP ProLiant MicroServer - Broadcom NetXtreme Firmware Update

Nach einem Reboot habe ich dann zum Test mehrere Installation einer Windows 2012 R2 VM über das MDT (Microsoft Deployment Toolkit) angestoßen. Diese wurden ohne Probleme und jeweils in wenigen Minuten fertiggestellt.

Leistungsdaten

Hier noch einmal meine aktuelle Konfiguration.

Intel Celeron G1610T (2 Cores, 2,3 GHz, 2 MB, 35W TDP)

4 GB DDR3 ECC RAM (erweiterbar auf 16 GB)

1 Gb 332i Ethernet-Adapter mit 2 Ports pro Controller

240GB  SSD OCZ Trion 150 (System)

2x 3TB WD Red NAS-Festplatten (Daten)

2x 2TB WD Red NAS-Festplatten (Backup / Sonstiges)

Transferraten

Ich habe keine Benchmark Tools genutzt sondern einfach mal ein paar Daten kopiert. Wie man auf den ersten beiden Screenshots sehen kann ist die Performance bei großen Dateien sowie bei mehreren kleinen Dateien sehr gut.

Die Konfiguration vom Windows Storage Pool des HP Servers besteht aus den zwei 3 TB WD Red Festplatten im Mirror Betrieb. Die beiden Systeme sind mit jeweils 1 Gbit über den HP 1810-24G v2 Switch miteinander verbunden.

VDHX Datei von der Server 3.0 SSD auf HP Server Storage PoolHP ProLiant MicroServer - Transferraten - VDHX Datei von Server 3.0 SSD auf HP WD Red

50 JPEG 8MB von HP SSD auf die Server 3.0 SSD
HP ProLiant MicroServer - Transferraten - 50 JPEG 8MB von HP SSD auf Server 3.0 SSD

Die Geschwindigkeit der folgenden Übertragung ist etwas langsamer da die Quelldaten auf dem HP Server dedupliziert wurden. Es wird aber aus meiner Sicht immer noch eine hohe Geschwindigkeit erreicht.

32 JPEG 8MB HP WD Red auf Server 3.0 SSDHP ProLiant MicroServer - Transferraten - 32 JPEG 8MB HP WD Red auf Server 3.0 SSD

War da nicht noch ein QNAP NAS?

Das QNAP TS-212 NAS steht jetzt schon wieder rum, denn bei der Sicherung der Daten hat sich jetzt auch die zweite (eigentlich die dritte) und somit letzte Seagate Barracuda Green, die bereits auf Garantie ausgetauscht wurde, per S.M.A.R.T. (Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology) mit mehreren Fehlern beim Schreiben gemeldet. Natürlich war das Backup nicht das Einzige und eigentlich nur zur Sicherheit vorhanden. Daran sieht man aber mal wieder, wie schnell ein Datenverlust auftreten kann.

13 Gedanken zu „HP ProLiant MicroServer Gen8

    1. Hallo Robert,

      leider finde ich mein Messgerät nicht. Ich habe den HP Pro Liant Microserver an eine Loxone Smart Socket Air Steckdose angeschlossen und damit gemessen. Wie genau diese wirklich ist, habe ich nie hinterfragt :-). Damit wird jedenfalls ein Stromverbrauch von 35 Watt im Idle ohne HDD Spindown angezeigt. Wie im Beitrag beschrieben mit G1610T CPU, 4 GB RAM, 1 Tosihba Trion 150 SSD und 4 x HDD WD RED. Das Windows OS habe ich nicht angepasst, beim BIOS bin ich mir nicht mehr sicher. 🙂

      Hier findest du einen ganz guten Sammelthread von hardwareluxx unter anderem mit Stromverbrauch von anderen Systemen.

      Viele Grüße
      Stefan

  1. Hallo

    ich habe im Moment auch nur die Bay 1&2 verwendet
    Wenn ich aber nun die Festplatten wieder in die Bays einstecke wird wieder von der Festplatte in Bay 1 gebootet.

    Der Tip mit dem USB Stick funktioniert irgendwie nicht.

    Wenn die Bays frei wird einwandfrei von der SSD am SATA5 ODD Port gebootet.
    Ne Idee woran es liegen könnte ??

    Danke
    Timo

    1. Hallo Timo,

      mir fallen so nur drei Dinge ein, die du prüfen könntest:
      – Hast du den internen bzw. die externen USB 2.0 Ports verwendet? Die USB 3.0 Ports unterstützen keinen USB-Boot!
      – Hast du die Boot Order angepasst bzw. geprüft?!
      – Kurz vor dem Windows Boot sollte der Stick einmal kurz aufblinken. Versuche den USB-Stick direkt als Boot Device per F11 zu wählen und schau was passiert.

      Viele Grüße
      Stefan

  2. Hallo!

    Hätte bezüglich dem Server auch eine Frage.
    Wie bekomme ich automatische Updates auf das Gerät? Am hp Laptop gibt es ein Tool von HP.
    Wie kann ich die Lautstärke der Lüfter reduzieren?

    Vielen Dank im Voraus

    lg
    smigi

    1. Hallo Smigi,

      schau dir mal den HP Smart Update Manager (SUM) an. Ich verwende ihn nicht, er sollte aber die HP Firmware und HP Treiber aktualisieren. Zur Info: Für ESXi gibt es von HP angepasste Images mit integrierten Treibern.

      Mir sind keine Probleme bezüglich der Lautstärke bekannt. Natürlich ist das System kein HTPC! Auch von Kollegen mit HP Microserver und installiertem Windows Server 2012/2016 sowie ESXi habe ich diesbezüglich nichts Negatives gehört. Nur beim Start drehen die Lüfter einmal voll auf, beruhigen sie aber normalerweise nach dem Boot bei einfacher Last. Vielleicht ist bei dir eine Einstellung im Bios falsch (Set to Default versucht?) oder etwas defekt (Eventuell Garantiefall aufmachen?).

      Viele Grüße
      Stefan

  3. Hallo,

    wie zuverlässig funktioniert diese Lösung eigentlich? Gabs bisher irgendwelche Probleme mit dem booten, oder läuft das alles seit der Einrichtung ohne Probleme?
    Seh ich das richtig, dass der BCDBoot auf dem Stick nur ne Weiterleitung einrichtet, die auf die ODD-Disk weiterleitet und dann bis zum nächsten Boot nicht mehr auf den Stick zugreift?
    Also quasi die Windows-Alternative zum GRUB-Loader der von der Linuxfraktion benutzt wird?

    Danke

    1. Hallo,

      die beschriebene Lösung läuft bei mir sehr zuverlässig. Ich habe bisher noch keine Probleme beim booten gehabt! Einen Zugriff auf den USB-Stick gibt es nur kurz nach dem BIOS. Unabhängig davon, ob der Windows-Boot-Manager auf dem Stick liegt oder auf der „Windows Platte“, ist es unter anderem möglich, mehrere Betriebssysteme einzubinden oder auch von einer VHD zu booten.

      Viele Grüße
      Stefan

  4. Danke für die schnelle Antwort und die Bestätigung dass es funktioniert. Hatte schon Angst, ich müsste die Anbindung von AHCI auf Legacy umstellen damit ODD-Boot funktioniert. Deine Methode scheint da deutlich besser zu sein.
    Du bist übrigens der einzige im weiten Web der diese Methode veröffentlicht hat. Selbst im Hardwareluxx-Sammelthread findet man diesen Tipp nicht.

  5. Also bei mir klappt es ebenfalls nicht.

    Stick oder SD … boot order usw ist alles richtig

    Kann es sein das es mit win 2016 nicht klappt???
    Bastel nun schon 3 tage daran…

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